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Der Glasbläserpfad...

Erwandern Sie den Weg, den Lauschaer Glasbläserfrauen gingen, als sie den fertig verpackten Christbaumschmuck nach Sonneberg zu den Verlegern lieferten...

Luftaufnahme des Verlaufes des Glasbläserpfades von Lauscha nach Sonneberg
Luftaufnahme Glasbläserpfad
Höhenprofil des Glasbläserpfades von Lauscha nach Sonneberg
Höhenprofil Glasbläserpfad

Quelle Luftbild: Thüringer Landesamt VermGeo

Lauschaer Glasbläserpfad

Mit der Erfindung des gläsernen Christbaumschmucks Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte die kürzeste Verbindung von Lauscha nach Sonneberg und zurück lebenswichtige Bedeutung für Lauschas Glasbläser.

Auf diesem Pfad, der lediglich aus unbefestigten Wegen durch die Wälder des Thüringer Schiefergebirges bestand, lieferten sie ihre in Heimarbeit gefertigten, gläsernen Erzeugnisse in und auf Tragekörben oder speziellen Holzgestellen (Raaf) an die in Sonneberg ansässigen Verleger. Von ihnen erhielten sie meist nur einen Hungerlohn, der kaum ihre Lebenshaltungskosten deckte.

So kam es, dass die Christbaumschmuckhersteller selbst nach der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Lauscha – Sonneberg im Jahre 1887 in Anbetracht ihrer aussichtslosen, finanziellen Situation auf die für sie unerschwingliche Bahnfahrt verzichten mussten.

Vor allem die Ehefrauen der Glasbläser sowie Botenfrauen trugen auf diese Weise bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts ihre inzwischen in aller Welt zu Weihnachten begehrten, gläsernen Kostbarkeiten auf dem ca. 15 km langen Pfad nach Sonneberg bzw. nutzten diesen zumindest für den Rückweg mit dann leeren Körben.

Da die Christbaumschmuckherstellung vor allem saisonbedingt war, gestaltete sich der Lieferweg besonders in den Herbst- und Wintermonaten bis kurz vor Weihnachten zu echten, sehr kräftezehrenden Strapazen für die Beteiligten.

Seine Bedeutung verlor der Lauschaer Glasbläserpfad erst mit sicheren Arbeitsverhältnissen in der Christbaumschmuckindustrie sowie erschwinglichen Fahrpreisen der Deutschen Reichsbahn zu Beginn der 1950er Jahre.

Bild einer Frau mit einem oben im Text erwähnten Tragekorb für die Lieferung von Christbaumschmuck von Lauscha nach Sonneberg
bepackter Tragekorb für Christbaumschmucklieferung
historisches Foto einer Lieferfrau aus Lauscha mit einem vollgepackten Lieferkorb mit Christbaumschmuck auf dem Weg nach Sonneberg zu den Christbaumschmuckverlegern
Lieferfrau mit Korb
Zeitungsartikel im Freien Wort vom 01. August 2016
Zeitungsartikel im Freien Wort vom 01. August 2016

Wanderrouten in und um Lauscha

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